Autor: Priv.-Doz. Dr. Hans Scheffel

Versorgung über Weihnachten

Liebe Patientinnen und Patienten, das Jahr geht zu Ende und das ist für uns alle die Zeit, in der wir ein wenig durchatmen und zur Ruhe kommen. Wir hoffen, auch Sie können ein paar ruhige Tage im familiären Umfeld genießen. Ab dem 3. Januar sind wir dann wieder zu den gewohnten Sprechzeiten für Sie verfügbar.

Unsere Öffnungszeiten im Überblick:

  • Bis 23.12.2021 – Ganz normal von 8:00-18:00 Uhr geöffnet
  • Am 24.12.2021 (Heiligabend) – Von 8:00-12:00 Uhr, danach geschlossen
  • Am 25. und 26.12.2021 (Weihnachten) – Geschlossen
  • Vom 27.12. bis 30.12.2021 – Von 8:00-16:00 Uhr geöffnet
  • Am 31.12.2021 – Von 8:00-12:00 Uhr geöffnet, danach geschlossen
  • 1. (Neujahr) und 2.01.2022 – Geschlossen
  • Ab dem 3.01.2022 – Wieder normal von 8:00 – 18:00 Uhr geöffnet

Ab heute gilt 3G

Am 3. November hat das Landesgesundheitsamt gemäß der Corona-Verordnung die Warnstufe ausgerufen. Vor allem für ungeimpfte und nicht genesene Menschen ergeben sich dadurch Einschränkungen.

Dies wirkt sich auch auf den Zutritt zum Diakonissenkrankenhaus Mannheim aus. Künftig hat nur Zutritt, wer geimpft, getestet oder genesen ist. Was ist damit gemeint?

Geimpft – Als vollständig Geimpfte gelten alle Patientinnen und Patienten, die noch nicht nachweislich an COVID-19 erkrankt waren und die ihre letzte erforderliche Einzelimpfung vor über 14 Tagen erhalten haben. Ihren Impfstatus können Sie digital (Corona-Warn-App, CovPass-App oder Luca-App) oder in Papierform (Impfausweis) nachweisen.

Getestet – Alle Patientinnen und Patienten, die innerhalb der letzten 24 Stunden mit einem Antigen-Schnelltest oder einem PCR-Test negativ auf das Coronavirus getestet wurden gelten als getestet. Auch hier kann der Test in digitaler oder Papierform vorgelegt werden.

Genesen – Als genesen gelten Patientinnen und Patienten, die nachweislich positiv auf das Coronavirus mit einem PCR-Test getestet wurden. Die Testung muss in den vergangenen 28 Tagen bis 6 Monaten erfolgt sein.

Bitte beachten Sie, dass im gesamten Diako außerdem die Maskenpflicht gilt. Auch in unserer Praxis ist die FFP2-Maske vorgeschrieben, ein Mund-Nasen-Schutz ist nicht ausreichend.

Die Magnetresonanztherapie und das Männerorgan

Jedes Jahr erkranken in Deutschland 60.000 Männer an Prostatakrebs, 12.000 von ihnen werden daran sterben. Das Prostatakarzinom (so der wissenschaftliche Name) ist der häufigste bösartige Krebs des Mannes in Deutschland. Eine frühzeitige Erkennung ist die beste Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie. 
Und dennoch gilt für viele Männer: über Geld und über die Prostata wird nicht geredet. Damit muss Schluss sein. (Keine Sorge, wir reden nicht über Geld. Uns geht es allein um ihre Gesundheit.)

Ihre Vorteile auf einen Blick:

  • Möglicherweise können Sie sich eine Biopsie ersparen
  • Grundlage oder Weichenstellung für eine gezielte Biopsie statt „Blindpunktion“
  • Keine Verwendung von Röntgenstrahlung oder jodhaltigem Kontrastmittel
  • Optimal für mehrmalige Kontrolluntersuchungen

Was ist die Prostata?

Die Prostata ist ein kastaniengroßes Organ zwischen Penis und Blase, über das nur Männer verfügen. Es ist vom Anus aus mit dem Finger zu ertasten. Beim Sex hat es eine wichtige Funktion: als Geschlechtsdrüse produziert es einen Teil des Spermas. Das Sekret der Prostata umschließt die Samenzellen und macht sie widerstandsfähiger.
 Ab einem gewissen Alter macht die Prostata den Männern jedoch oft Probleme: bei den über 50-Jährigen verfügt fast jeder zweite Mann über eine gutartig vergrößerte Prostata. Dies führt in der Regel zu Problemen beim Wasser lassen. Sprechen Sie in diesem Fall unbedingt Ihren Urologen an – ein verschlepptes Prostataleiden kann gefährliche Konsequenzen nach sich ziehen!

Hilfe, der PSA-Wert ist zu hoch!

Ihr Urologe wird in aller Regel eine Tastuntersuchung durchführen. Was unangenehm klingt, ist in der Praxis halb so wild: meist dauert die Untersuchung keine 10 Sekunden. 
Außerdem wird ein PSA-Wert bestimmt. Dabei handelt es sich um einen prostataspezifischen Blutwert (PSA steht für „Prostataspezifisches Antigen“). Bei einem PSA-Wert über 4,0 ng/ml besteht der Verdacht auf ein Prostatakarzinom und es sollte eine Biopsie der Prostatadurchgeführt werden. Dabei handelt es sich um eine Entnahme von Gewebeproben, sprich: eine invasive Methode, die auch Nachteile mit sich bringen kann.
Ein erhöhter PSA-Wert ist jedoch keinesfalls eine Krebsdiagnose. Im Gegenteil: in den meisten Fällen liegt eine andere Ursache vor. Auch eine Entzündung oder eine vergrößerte Prostata können den PSA-Wert erhöhen.

MRT für Männer

Hier bietet die Magnetresonanztherapie eine nicht-invasive und schmerzlose Alternative. Mittels MRT kann schnell und unkompliziert ein fortgeschrittenes Prostatakarzinom ausgeschlossen werden – das beruhigt! Wenn in der MRT kein verdächtiger Befund gefunden wird, so liegt mit hoher Sicherheit kein höhergradiger aggressiver Krebs vor.
Sollte man jedoch einen verdächtigen Befund entdecken, kann dieser gezielt punktiert werden kann – das erhöht die Trefferquote der anschließenden Biopsie.


Wir beobachten daher bei uns in der Praxis schon seit einigen Jahren einen gestiegenen Stellenwert der MRT in der Diagnostik des Prostatakarzinoms. Sowohl in der Detektion als auch zur Vorbereitung einer Biopsie bietet die MRT eindeutige Vorteile. Sie verbessert die Detektionsrate von Karzinomen, sprich: es werden weniger Krebserkrankungen übersehen.

Sie sollten eine MRT der Prostata durchführen lassen, wenn…

  • bei Ihnen ein erhöhter oder ansteigender PSA-Wert vorliegt.
  • bei Ihnen eine Biopsie der Prostata gemacht werden soll.
  • bei Ihnen bereits eine Biopsie durchgeführt wurde und diese negativ war.
  • bei Ihnen durch Biopsie ein Prostatakarzinom gesichert wurde und Sie operiert werden sollen. Die Untersuchung kann wichtige Informationen für die Planung der Operation liefern.
  • bei Ihnen bereits die Prostata vollständig entfernt wurde und nun der Verdacht auf einen lokalen Rückfall (sog. „PSA-Rezidiv“) besteht.

Die multiparametrische MRT

In unserer radiologischen Praxis in Mannheim setzen wir auf die „multiparametrische“ MRT. Dabei kombiniert man mehrere Parameter, mittels derer die diagnostische Genauigkeit ganz erheblich erhöht werden kann. Folgende Parameter stehen zusammen für den Begriff “multiparametrisch”:

T2-Sequenz

Die T2-Bildgebung liefert hochauflösende Bilder, mittels derer Prostatakrebs besser erkannt werden kann.

Diffusion (DWI)

Die diffusionsgewichtete Bildgebung (*diffusion weighted imaging*) ist ein modernes bildgebendes Verfahren, das die Diffusionsbewegung von Wassermolekülen in Körpergewebe misst.

Perfusion (DCE)

Die Perfusionsbildgebung (*dynamic contrast enhancement*) liefert weitere wichtige Parameter, die dem normalen MRT-Bild überlagert werden können.

Bild 1: Hier sieht man die Prostata (P) zwischen Harnblase (H) und dem Darm. Der Pfeil markiert ein Areal, das in der T2-Sequenz auf ein Karzinom verdächtig ist.

Bild 2: Der Pfeil markiert das verdächtige Areal in der Diffusion und der Perfusion (von links nach rechts) und erhärtet den Verdacht auf ein Karzinom.


Ablauf

Nehmen Sie gegebenenfalls wie gewohnt Ihre Medikamente ein, außer Ihr Urologe oder der Hausarzt hat Ihnen andere Instruktionen erteilt. Die Harnblase sollte möglichst leer sein, daher werden Sie unmittelbar vorher zur Toilette geschickt. Für die Untersuchung wird Ihnen über eine flexible Verweilkanüle am Arm ein sehr gut verträgliches MRT-Kontrastmittel verabreicht.
Die Untersuchung ist im Vergleich zu einer herkömmlichen MRT sehr aufwändig, daher dauert auch die folgende Auswertung etwas länger. Es erfolgt natürlich eine Besprechung ihrer Ergebnisse direkt vor Ort mit einem Arzt. Der endgültige schriftliche Befund wird umgehend Ihrem Urologen oder dem Hausarzt zugesandt. Diesen sollten in jedem Fall im Anschluss aufsuchen, um das weitere Vorgehen zu besprechen!

Vier Augen sehen mehr als zwei

In der Radiologischen Praxis am Diakonissenkrankenhaus in Mannheim werden Aufnahmen immer von zwei statt nur einem Radiologen unter die Lupe genommen. Egal ob sich um Röntgenbilder, MRT- sowie CT-Aufnahmen oder Ultraschall handelt. Wir praktizieren diese Vorgehensweise schon seit mehreren Jahren und haben die Erfahrung gemacht, dass dadurch unsere Befundqualität steigt. Genauigkeit geht vor Schnelligkeit. Und: Trotz der Doppelbefundung müssen unsere Patienten in der Regel nicht signifikant länger warten. Meist ist der Befund am nächsten Tag beim zuweisenden Arzt. Unsere Patienten wissen dieses Vorgehen durchaus zu schätzen.

Standard beim Brustkrebs-Screening

Wir kennen die doppelte Befundung aus dem Brustkrebs-Screening für Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren. Dort ist die unabhängige Begutachtung durch zwei Radiologen als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme vorgeschrieben.
Studien haben gezeigt, dass durch die bislang auf dem Markt verfügbaren CAD-Systeme (Computerassistierte Detektion) die Zuverlässigkeit der Diagnose nur geringfügig verbessert werden kann. Wichtiger ist, dass die behandelten Ärzte gut ausgebildet sind, sich regelmäßig weiterbilden und konzentrierte Arbeitsbedingungen vorfinden.
Die Erfahrung lehrt jedoch, dass auch bei besten Bedingungen noch Raum für falsch-negative Befunde bleibt, sprich: wichtige Dinge übersehen werden.
Daher wird in Deutschland seit den 2005 eingeführten qualitätsgesicherten, standardisierten und flächendeckenden Mammographie-Screenings die doppelte Befundung praktiziert. Gemäß einer Untersuchung am Universitätsklinikum Münster hat die unabhängige Doppelbefundung zu einer Steigerung der Brustkrebsdetektion um 22 Prozent geführt.

Doppelte Befundung – doppelte Qualität

Was bei der Mammographie richtig und wichtig ist, kann in anderen Bereichen nicht falsch sein. In unserer Praxis werden daher alle Bilder von zwei Radiologen unabhängig voneinander begutachtet. Wir beschränken uns bewusst nicht auf die Erfahrung und Routine des einzelnen Arztes sondern streben eine höhere Befundkonsistenz an.
Alle Patienten erhalten ihre Ergebnisse auf einer CD direkt nach der Untersuchung. Und wir freuen uns, dass wir unseren Patienten eine zuverlässigere bildgebende Medizin anbieten können und ihnen damit ein gute Grundlage für anstehende medizinische Entscheidungen liefern.